Siebzehn Jahre Sehnsucht

Eine kleine Liebesgeschichte für das (kölsche) Herz


Siebzehn Jahre sind jetzt vergangen, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hat. Siebzehn lange Jahre, in denen sie so oft an ihn denken musste. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen sie mit anderen Dingen beschäftigt war. Mit ihrer Karriere und dann mit ihrer Familie. Aber dann war er auf einmal wieder da: der Gedanke an ihn … an die Zeit damals … an ihre Gefühle.

Wie oft hatte sie in den letzten Jahren von ihm geträumt. Jedes Mal stellte sie sich in ihren Träumen vor, was geschehen wäre, wenn sie sich damals anders entschieden hätte. Wenn sie bei ihm geblieben wäre … oder zumindest in seiner Nähe. 

Aber heute ist es so weit. Heute wird sie ihn endlich wiedersehen. Wie wird sie wohl gleich reagieren? Als sie damals fortging, konnte sie ihre Tränen einfach nicht zurückhalten. Aber sie war ja auch noch jung ... unerfahren ... ein Teenager eben. Sie schaut auf die Uhr. Lange kann es nicht mehr dauern. Ihre Hände werden feucht und ihr Herz beginnt, schneller zu schlagen.

Viel hat sich hier nicht verändert, in den letzten Jahren. Aber sie hat sich verändert. Aus dem Teenager ist eine reife Frau geworden. Eine attraktive Frau wie viele behaupten. Eine Frau, die mitten im Leben steht, die eigentlich nichts aus der Bahn werfen kann … nach außen hin … innerlich ist sie sich da nicht so sicher.

Verstohlen sieht sie sich um. Ob die anderen Leute ihr die Anspannung anmerken können? Wahrscheinlich nicht. Jeder ist hier mit sich selbst beschäftigt. 
Langsam wird es dunkel. Ihre Nervosität steigt ins Unermessliche und ihre Gedanken überschlagen sich.

Dann … endlich … es ist so weit … der Zug erreicht die Hohenzollernbrücke und er steht vor ihr … in seiner ganzen Pracht … der Dom.


Kommentare:

  1. Boah Monika, das ist die schönste Story die ich bisher von dir gelesen habe. Und ich kann das gut nachfühlen, denn ich wohne zwar nur 80 km weg und bin oft in der Heimat und doch werde ich ab Troisdorf jedesmal nervös und das Gefühl auf der Hohenzollern ist unbeschreiblich. Oft steige ich in Deutz aus und gehe den Rest zu Fuß um den Blick zu genießen. Ich liebe diese Geschichte.

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    1. Oh, ganz lieben Dank, Ronald. Ja, ich glaube, dieses Gefühl kann nur ein "Kölsches Herz" verstehen.

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  2. DANKE wunderbar
    ich war zwar letzte Woche nur 3 Tage in Hamburg und es ist eine ganz tolle Stadt, aber als ich den Dom wieder gesehen habe, ging mir das Herz auf
    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi,
      hach ja, da sind wir wohl alle gleich :))
      Lieben Dank für deinen Besuch und schöne Grüße
      Moni

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  3. Oh, so geht es mir auch wenn ich im Banhof einfahre und auf der Autobahn A4 Frechen mit dem Blick auf die Köln Skyline und den Dom, dann schlägt mein kölsches Hetz ganz doll! Danke für die schöne Kurzgeschichte. LG Jenny

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